Neues aus der freien Schreibrunde

Wie berichtet, läuft die Schreibwerkstatt als „freie Runde“ weiter. Beim Treffen am 18. Januar wurden vier Texte zum Thema Jahresend-Feste mitgebracht: eine Glosse, eine anrührend-phantastische Kindergeschichte, eine beklemmende Erzählung mit politischem Hintergrund und eine in (aber-)witzigen Reimen verfasste, abend- und morgenländische Götterdämmerung samt möglicher Heldin am Horizont.

Das nächste Treffen ist am 13. März, 19 Uhr. Ort bitte per Mail oder telefonisch erfragen. Dafür haben wir uns als Thema Licht/Schatten vorgenommen. Wie immer können aber auch ganz andere Texte mitgebracht werden … oder auch mal nichts, wenn man keine Zeit zu schreiben hatte, aber trotzdem dabei sein will.

Ein zweiter Vorschlag war, wieder einmal bei einem Wettbewerb teilzunehmen. Thema des vom Literaturbüro Ruhr ausgeschriebenen Wettbewerbs (Förderpreis) ist dieses Jahr Das Klopfen an der Tür.

Gemeinsam auf einen Wettbewerb hinzuarbeiten bedeutet nicht, dass wir uns als zukünftige Schriftsteller sehen. Es macht einfach Spaß, über eine gewisse Zeit seinen eigenen Text zu entwickeln und dabei die Rückmeldungen von vertrauten KriterInnen zu verarbeiten. Einsendeschluss ist der 30. Juni – Zeit genug.

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Festtags-Gericht für 7 Personen

Zutaten:

– ein mittelaltes Nervenbündel
– zwei ungefähr gleich große Dickköpfe im Schlafrock
– zwei ältere Plunderteilchen
– ein Egomane
– ein stilles Wasser
– musikalische Garnituren
– 1 Flasche Champagner
– 3 Flaschen Rotwein
– 5-6 Flaschen Weißwein
– 1 Glas Whisky
– ein Rest Stille

Damit das Nervenbündel am Ende zart zerfällt, legt man es am besten zunächst eine Woche in eine sog. Berliner Marinade: eine Mischung aus gut abgelagertem Freundschaftsöl, wenigen depressiven Alterszehen, mildem Langmut und etwas Chili.

Einen Tag vor dem Fertigstellen des Menüs schickt man die Marinade weg und legt das Stück eine Nacht in Rotwein. Am nächsten Morgen stellt man fest, dass es bereit ist, weich geklopft zu werden, am einfachsten durch haushaltsübliche, morgendliche Diskussionen. Dabei ist jedoch darauf zu achten, das stille Wasser nicht mit ungefähren Aufgaben zu betrüben. Diese lassen sich leichter und schneller selbst erledigen.

Als nächstes befreit man eins der beiden Teilchen von seiner abgeblätterten Hilfsbereitschaft, indem man aus exakt 0,7 Esslöffel Kaffeepulver der Marke Extrawurst und 0,42 l Wasser eine leichte Plörre bereitet. Dazu reicht man ein kleines Frühstück mit Süßrahmbutter (auf keinen Fall Sauerrahmbutter verwenden). Während die weiteren Abläufe des Menüs innerlich konzentriert vorbereitet werden, lässt man das Plunderstückchen plaudern, bis es an der frischen Luft abkühlen kann. Dies geschieht am besten in der Nähe des zweiten Teilchens. Rechtzeitiges Abholen der beiden Zuckerstücke nicht vergessen!

Nun holt man die Dickköpfe aus dem Quark und spült sie mit Munterkeit ab. Dann hebt man vorsichtig leichte Andeutungen, was zu tun sei, unter. Keinesfalls darf die Laune zusammenfallen, da sonst der Tag ungenießbar wird. Um die Hilfsbereitschaft aufgehen zu lassen, fügt man der Brut am besten ein langsames Frühstück und unweihnachtliche Rhythmen zu. Anschließend kann mit der Dekoration des Nadelbaums begonnen werden. Ein Glas Rotwein entspannt dabei die Oberfläche.

Das Garen des Nervenbündels erledigt sich fast von alleine. Hin und wieder kann das stille Wasser mit einer nicht zu beantwortenden Frage den Bratvorgang unterstützen. Hilfreich ist auch, die verwendeten Kochutensilien nicht zu spülen und wegzuräumen und mit der Fertigstellung des festlichen Tisches zu warten, bis das Nervenbündel unter dem butterweichen Rat zusammenbricht, sich doch auch eine Weile hinzulegen.

Unter allmählichem Hinzufügen von weiterem Rotwein, hastig verpackten Geschenken, angelaufenen Silberleuchtern und mehr und mehr weihnachtlich gewürzten Musikalien lässt man das Nervenbündel dann so lange köcheln, bis die Plunderteilchen angekommen und begrüßt sind und der Champagner geöffnet werden kann. Die Dickköpfe sind Honigkuchen geworden, das stille Wasser taucht aus Hausestiefen auf, eins der Plunderteilchen seufzt gerührt, während das andere in Bach und Tränen badet. Dann werden Geschenke gereicht.

Etwa eine halbe Stunde, nachdem der erste Gang verzehrt ist, kommt der Egomane zu Tisch. Aufgrund seiner öligen Struktur vermischt er sich nicht mit den vorhandenen Flüssigkeiten, was sein unerschütterliches Selbstbild erklärt. Damit die familiäre Heiligkeit jetzt nicht klumpt oder kippt, sollte man ausreichend Alkohol zuführen. Dadurch lässt sich die Unverträglichkeit der molekularen Strukturen zwar nicht aufheben, aber die Soße wird dicker. Dem Abgang der narzisstischen Erscheinung nach etwa zwei Stunden folgt eine schlagartige Erschöpfung des Gästerestes. Plunderteilchen und Dickköpfe verziehen sich, auch das stille Wasser sagt nicht mehr viel. Mit einem Glas Whisky begießt das Nervenbündel die Stille und gerinnt zu der Erkenntnis, dass auch der Alkohol ermattet.

Wohl bekomm’s!

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Der erste freie Schreibabend …

… (am 28.11.) war sehr lohnend. Der 16. Januar ’17 wird sicher ebenso gut. Thema für eventuell bis dahin entstehende Texte: die derzeit virulente Jahres-/End-/Feierzeit. Willkommen ist aber auch anderes, das in progress begleitet sein will, klar.

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Nichts bleibt, wie es ist.

Dieser umwerfenden Eigenheit des Lebens verdanke ich, dass sich mein Geschäftsmodell etwas verändert hat: Seit einigen Monaten verbringe ich nicht wenig Zeit damit, jungen Leuten Deutsch beizubringen – mit viel Freude.

Was nicht bedeutet, dass das Textbüro geschlossen ist. Nur für große Buchprojekte ist im Moment keine Zeit, andere Aufträge nehme ich weiterhin gern entgegen.

Auch die Schreibwerkstatt ist ausgelagert. Es trifft sich zwar weiterhin eine Gruppe in regelmäßigen Abständen, jedoch mal bei diesem, mal bei jener TeilnehmerIn. Wenn Sie Interesse daran haben, sich schreibend auszuprobieren, dann machen Sie doch einfach mal an einem Abend mit. Die Teilnahme ist kostenlos. Der übernächste Termin ist der 16. Januar 2017. Ort bitte per eMail erfragen.

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nächste Schreibwerkstatt 4. Juli 2016

Nachdem der vorige Termin durch widrige Umständen geplatzt ist, soll nun das nächste Schreibwerkstatt-Treffen – das letzte vor der Sommerpause – am 4. Juli stattfinden.

Thema ist: Aneinander vorbei reden. Zwei Teilnehmer*innen haben schon erste Texte geschickt – wir sind gespannt!

4. Juli 2016
19 – 22 Uhr
im Textbüro oder – bei gutem Wetter – in der grünen Laube!
Um Anmeldung, auch kurzfristig, wird gebeten.

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„Aneinander vorbei reden“ – die Schreibwerkstatt am 13. Juni

Was uns als Nächstes in der Schreibwerkstatt beschäftigen wird, kennt jede/r aus eigener Erfahrung: Das Aneinandervorbeireden kann quälend sein. Es kann eine Beziehung verdeutlichen. Es kann aber auch komisch sein!

Doch wie schreibt man darüber?
Wie sieht eine mögliche Dramaturgie aus?
Wie lässt sich das, was dahinter steckt, vermitteln?

Bei den kommenden Treffen wollen wir über Geschichten sprechen, die uns zu diesem thematischen Aufhänger einfallen. Wer mag, bringt schon mal einen Entwurf oder einen ersten Text mit.

Wann, wo, wieviel?

Das nächste Treffen ist am 13. Juni 2016, 19 – 22 Uhr im Textbüro.
Die Schreibwerkstatt
kostet pro Mal 30 €  oder als Fünferpack 90 €.

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Über Farbe, schwarz auf weiß. Schreibwerkstatt/3

Nachdem wir atmosphärisch aufgehört (Schreibwerkstatt/1 im Dez.) und ohne Stottern wieder angefangen haben (Schreibwerkstatt/2 im Jan.), tauchen wir das nächste Mal (am 15.2., kaum abgeschminkt?) in Farben ein – aus Farben auf? – egal:

Was uns beschäftigen wird, sind Farben!

Farben stellen etwas mit uns an. Klar. Doch wie schreibt man darüber? Wie bannt man Farbe schwarz auf weiß?

Und dann ist Farbe ja nicht nur Farbe. Sie ist auch Textur, Struktur, Materie, Erinnerung. Ist Wirkung und Bedeutung. Ist wässrig, matt, dick, ölig, wärmend, schimmernd, leise, schwach, beunruhigend, schmerzend, schreiend, verstörend, präzise, versöhnlich, verlaufen, still …

Wer Lust und Zeit hat, schreibt bis dahin (mit Muße, zu Hause) irgendeine kleine Geschichte, in der Farbe eine Rolle spielt. Darüber sprechen wir dann. Der andere Teil des Abends gehört wie immer spielerischen Schreibaufgaben. (Ihr könntet im Mai auch an einem kleinen Wettbewerb teilnehmen, in dem es um die Farbe Rot geht. Mehr am 15.2.)

Die Schreibwerkstatt/3 am 15. Februar 2016

Wer’s noch nicht weiß:

  • die Schreibwerkstatt findet in Abständen montags im Textbüro statt
  • sie ist offen für alle, die Interesse haben
  • ein Abend (19 – 22 Uhr) kostet 30 € , die Fünferkarte (5 x 3 Std.) 90 €
  • bitte telefonisch oder per Mail anmelden

 

 

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Ein Anfang ist (k)ein Anfang ist ein Anfang …

Ein schöner Brauch, zu Neujahr sich alles Gute zu wünschen! Auch ich möchte mich anschließen:

2016 möge Ihnen und Euch eine Herzenswunscherfüllung bringen, eine entspannte Grundstimmung und viele kreative Momente!

Aber – hat die Zeit überhaupt einen Anfang? Kreisen wir nicht, festsitzend im Jetzt, wie rasend um die Zeit und werfen blindlings Gedanken in das, was wir die Zukunft nennen? Wir führen fort, was uns treibt, und wünschen, wir könnten das Schöne festhalten.

Real ist das Jetzt. Vergangenheit und Zukunft sind Schatten und Projektionen, die wir zu verstehen und manchmal zu gestalten suchen. Auch jeder Anfang ist ein Jetzt. Doch was wir angefangen, was wir verstanden und gestaltet haben, was Gestalt angenommen hat, Ding oder Text geworden ist, das lässt sich betrachten. Und dann, wenn sich momentweise das Jetzt mit den Schatten, Projektionen und Sehnsüchten verknüpft, ist es plötzlich da: das Bewusstsein. Oder die Kunst. Manchmal gelingt es. Und so versuchen wir es immer wieder.

Über das Anfangen …

lässt sich viel erzählen. Wir nehmen es als Motto für

die nächste Schreibwerkstatt:

11. Januar 2016
19 – 22 Uhr im Textbüro

Anmelden kann man sich per mail oder telefonisch.
Schreiberfahrung ist weder erforderlich noch hinderlich.
Der Abend kostet 30 € , eine Fünferkarte 100 € .
Das nächste Mal treffen wir uns voraussichtlich am 15. Februar.

 

 

 

 

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Schreibwerkstatt am 7.12. über „Widersprüche“

Ausgehend vom letzten Workshop-Thema (Atmosphäre) wollen wir versuchen, diesmal atmosphärisch Widersprüchliches einzufangen.
Die Jahreszeit bietet dafür reichlich Material – Spannungen beim Fest der Liebe, leerer Geschenke-Rummel, widerliche Weihnachtsmännern etc. –, aber vielleicht landen wir ja auch ganz woanders.

Doch zuerst hören wir uns natürlich die Ergebnisse der letzten (Haus-)Aufgabe an: Schreibe eine Geschichte/Szene zu einem Ort der Arbeit und seinem Geruch!

Auch neue Teilnehmer sind jederzeit willkommen.
Anmeldung bitte per Mail oder telefonisch.

Wo?             Im  Textbüro.
Wann?        7.12.2015  / 19 – 22 Uhr
Kosten?      30 € / 5er-Karte 90 €

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neu: regelmäßige Schreibwerkstatt

Auf Wunsch einiger Teilnehmer des letzten Workshops gibt es
ab jetzt, etwa alle 4 Wochen, einen regelmäßigen Termin für’s Kreative Schreiben
>>>  7. 12. 2015, 11. 1. 2016 …

  • jeweils montags zwischen 19 und 22 Uhr im Textbüro
  • offen für alle, die Interesse haben
  • 3 Std. kosten 30 € , eine Fünferkarte gibt’s auch: für 90 €
  • Anmeldung, wenn möglich, bitte  1 Woche vorher (Tel. oder Mail)

Ich werde mir zu jedem Termin eine Aufgabe überlegen und sie vorher an alle Interessierten schicken. So kann, wer will, auch mal länger an einem Text feilen. Ansonsten gibt es wie immer: ein Thema, kleine Übungen und viel Feedback aus der Gruppe.
Auch wer an einem eigenen Projekt arbeitet und mal eine Rückmeldung braucht, kann es hier vorstellen!

Die Aufgabe für den 7.12., als Abschluss zu unserem Thema Atmosphäre:
Schreibe eine Geschichte/Szene zu einem Ort der Arbeit und seinem Geruch!

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